F.A.Q.'s  - HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

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Hier haben wir eine Aswahl der uns am häufigsten gestellten Fragen (und unserer Antworten darauf) online gestellt. Schaut rein und bemerkt, daß eure Frage vielleicht gar nicht so "blöd" ist, wie ihr dachtet, sondern es vielen anderen Frauen auch so geht!
Nicht berücksichtigt sind hier übrigens einfache Kontaktwünsche, denn sowas gehört ins Forum unter "Dates".






1. Verheiratet - ca. 25 Prozent

Frage:
"Ich bin schon seit langen Jahren mit einem Mann verheiratet und habe Kinder. Schon seit einiger Zeit habe ich bemerkt, daß ich Gefühle für andere Frauen habe. Ich fühle mich zu ihnen hingezogen, obwohl ich keinerlei Erfahrungen mit Frauen habe. Das Bedürfnis wird immer stärker, je länger ich warte. Ich frage mich, ob ich lesbisch bin, obwohl ich doch solange mit Mann und Kindern glücklich war und jetzt beim Anblick einer Frau Schmetterlinge im Bauch bekomme."

Lesbental antwortet:
Tip: Treffe Dich mit Gleichgesinnten!
Es gibt viele (noch) Ehefrauen, die ähnliche Gefühle haben.
Insgesamt ist das keine einfache Situation ... Deshalb gibt's auch keine einfache Antwort. ;-)
Menschen sind sehr viel komplexer "gebaut", als dass Du so einfach sagen kannst: die eine verliebt sich IMMER in Männer - ist also hetero, die andere verliebt sich IMMER in Frauen, ist also lesbisch. Meist liegen ganz viele Abstufungen dazwischen - und viele Menschen möchten sich auch gar nicht so festlegen (lassen). Manchen Frauen geht es auch genauso wie Dir: sie haben erst geheiratet, Kinder bekommen - und stellen dann auf einmal fest: Frauen sind auch nicht uninteressant.
Wenn Du dieses "besondere Schmetterlingsgefühl" überwiegend bei Frauen hast, kann es schon sein, dass Du vielleicht lesbisch bist. Genauso gut kann es aber auch sein, dass der Wunsch nach einer anderen Frau einfach ein Wunsch ist, der mal ausprobiert werden will ... - um dann zu gucken: wie war das jetzt - und was fange ich mit dieser Erfahrung an.
Es wäre schön, wenn Du das Ganze möglichst locker sehen könntest. Wenn Du Lust auf Sexualität mit Männern oder Frauen hast, leb' es aus - ohne Dich gleich verpflichtet zu fühlen, Dich selbst in eine bestimmte Schublade zu stecken. Irgendwann wirst Du schon sehen, welche "Beschreibung" für Dich am besten zutrifft!
Ist das Problem allerdings nur, eine Frau für eine Affaire zu finden, kannst Du es vielleicht mit dem Aufgeben einer Kontaktanzeige angehen. So kannst Du Gleichgesinnte finden, die ebenfalls diese Erfahrung machen und sich nicht gleich auf eine Beziehung einlassen möchten.
Du solltest Dir aber bewusst machen, dass viele Lesben der Haltung 'eigentlich bin ich verheiratet, möchte es aber mal unverbindlich mit einer Frau ausprobieren' ziemlich kritisch gegenüber stehen.

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2. (Beste) Freundin - ca. 12 Prozent

Frage:
"Ich habe mich in meine beste Freundin verliebt. Dabei haben wir beide immer gedacht, eigentlich sind wir hetero, haben uns immer unheimlich gut verstanden. Jetzt sind wir irgendwie zusammen, jedenfalls ist das keine reine Freundschaft wie ganz am Anfang, und zuerst war das unheimlich aufregend, aber jetzt wird alles schwierig. Meine Freundin ist ein wenig abweisend geworden, und ich versuche ihr Zeit zu geben, weil ich denke, daß sie mit meinen Gefühlen für sie noch nicht so umgehen kann. Ich hoffe, daß alles gut wird, aber ich habe auch Angst, daß ich sie ganz verliere, weil sie mich eben doch nicht lieben kann."

Lesbental antwortet:
Solche Gefühle für die besten Freundinnen verwirren ganz schön. Hinzu kommt, dass solch ein Begehren zwischen Frauen immer noch als ungewöhnlich oder gar unnormal angesehen wird.
Es ist schwierig mit Gefühlen umzugehen, von denen man fürchtet, dass sie vielleicht nicht erwidert werden können.
Auch ist es zwar schwer verständlich, aber gesellschaftliche Bedingungen ändern sich nicht von heute auf morgen.
Möglicherweise hört sich das blöd an, aber vielleicht brauchst auch Du (wie Deine Freundin) einfach mehr Zeit, Dich mit Deinem lesbisch-sein anzufreunden.
Laßt euch doch ein wenig mehr Zeit, die Frauen und vor allem die lesbischen ;-) zu erforschen.
Deine Beschreibung von Eurem Kennenlernen und dem "jetzigen Stand" ist wirklich sehr anschaulich und gut "nachfühlbar". Es stimmt: die erste Beziehung zu einer Frau ist oft etwas ganz Aufregendes - kann aber auch mit vielen Zweifeln verbunden sein: Bin ich jetzt wirklich lesbisch? Werde ich von anderen Menschen / meinen FreundInnen nicht mehr für "voll" genommen? Ist das alles eine Phase?
Diese und andere Fragen stellen sich zu Beginn eigentlich alle Lesben. Diese Zeit des "coming outs" (in der man versucht, sich darüber klar zu werden: Wer bin ich eigentlich? - Ist's so schlimm, mich als Lesbe zu bezeichnen?) ist bei jedem Menschen unterschiedlich lang.
Wie wäre es, Gleichgesinnte kennenzulernen? Es gibt Coming-Out-Gruppen, in denen genau die Fragen, die Du jetzt gestellt hast zentrales Thema sind. Denn nicht nur Dir geht es so.....
Welche Gruppen es in Deiner Nähe gibt, sagt Dir gerne Lesbental.

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3. Outing schwierig - ca. 10 Prozent

Frage:
"Ich habe mich am Arbeitsplatz geoutet. Meine Freunde/Freundinnen wissen es zum Teil, meine Familie/Eltern noch nicht. Nun habe ich folgendes Problem. Mein Verhältnis zu meinen Kollegen war immer gut und eher freundschaftlich. Aber seit ich mich geoutet habe, ist irgendwie eine Distanz da. Fast fühle ich mich, als wenn ich nicht mehr beachtet werde.
Nun habe ich Angst, wenn ich mich beim Rest meines Freundeskreises und meiner Familie oute, daß ich dann alle verliere. Das ist alles sehr schwierig, ich wünsche mir manchmal, ich hätte es niemand erzählt. Ich wirke ziemlich weiblich, da wäre von selbst doch nie jemand drauf gekommen."

Lesbental antwortet:
Eine Entscheidung sich zu outen oder doch lieber nicht, fällt schwer. Ich denke, wichtig ist, dass die Leute, die einem nahestehen schon davon wissen sollten.
Schließlich macht das lesbisch sein einen großen Teil Deines Lebens aus. Vielleicht solltest Du Deinen Freundinnen/Freunden/Eltern durch das Outing zeigen, dass Du Ihnen vertraust, Du wirst überrascht sein, wie viele gut damit umgehen können.
Obwohl die meisten eher positive Erfahrungen bei ihrem outing am Arbeitsplatz machen, gibt es dennoch immer mal wieder Negatives zu hören.
Eigentlich soll das Outing ja zu einer Erleichterung führen, weil das Versteckspiel endlich ein Ende hat. Bei Dir scheint es anders zu sein. Es schwer zu beurteilen, warum Deine Kollegen und Kolleginnen sich nach Deinem Outing so distanziert verhalten. Du beschreibst das Verhältnis vorher als gut. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass nicht bei allen dieses Verhältnis ins Gegenteil umgeschlagen ist. Wichtig ist es, denke ich, dass sich dieses Nichtbeachten nicht zu einem Selbstläufer entwickelt. Sich also folgende Kette entwickelt: die Kollegen distanzieren sich; Du distanzierst Dich, weil Dich die Kollegen distanzieren, daraufhin distanzieren sich die Kollegen noch mehr weil Du ...usw.
Eines der vielen Gründe für ein solches Verhalten könnte nämlich Unsicherheit sein. Versuche doch diesen Zustand durch Ansprechen der Kollegen zu ändern, gehe auf sie zu, vielleicht mit unverfänglichen Small-Talk? Vielleicht sind die Kollegen ja erleichtert darüber, dass es eigentlich so wie immer ist!
Falls eine "eindeutige" Diskriminierung anhält evtl. Vorgesetzte, Vertrauenspersonen, Betriebs/Personalrat hinzuziehen!
Es ändert sich im Moment sehr viel in Deinem Leben. Du kannst Dein coming-out nicht rückgängig machen. Auch wenn Deine Situation im Moment schwierig und fürchterlich bedrückend ist, so hat sich doch auch vieles geklärt.
Freundinnen, die Dich wegen des lesbisch-seins schneiden, können keine "richtigen" Freundinnen sein. Wäre es Dir wirklich recht, wenn dieselben nur zu Dir stehen, wenn Du "normal funktionierst"? Nehme diese Krise, in der Du jetzt steckst als Anlaß grundsätzlich über Dein Leben nachzudenken.
Tip: Es gibt in jeder größeren Stadt coming-out Gruppen, die einem gerade in dieser schwierigen Situation weiterhelfen und unterstützen können. Und: es gibt brauchbare Broschüren zu diesem Thema.
Ruf doch mal an, vielleicht können wir Dir eine zuschicken.

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4. Unerfahren - ca. 7 Prozent

Frage:
"Ich bin noch ziemlich jung und ziemlich unerfahren. Ich hatte noch nie eine Freundin und weiß auch nicht, wie ich lesbische Frauen kennenlernen soll.
Ich weiß, daß ich Frauen liebe, war schon öfter heimlich verknallt oder habe für welche geschwärmt. Was kann ich tun?"

Lesbental antwortet:
Kontaktgruppen gibt es in vielen Städten, ebenso Stammtische, Coming-Out-Gruppen, Schwoofs und Homokneipen. Es gibt auch spezielle Lesbenjugendgruppen. Ruf doch einfach mal bei Deinem örtlichen Lesbentelephon an, die helfen Dir bestimmt weiter.
Wenn Du das nicht möchtest, kannst Du auch im Internet (zum Beispiel auf der Lesbental-Homepage unter "Termine") nachschauen, was in Deiner Umgebung so los ist.
Und schließlich gibt es noch die Möglichkeit, eine Kontaktanzeige aufzugeben, in der Du ganz unverbindlich nach Lesben in Deinem Alter suchst, die mit Dir etwas unternehmen.

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5. Verlassen von der Freundin - ca. 5 Prozent

Frage:
"Vor ein paar Wochen hat sich meine Liebste nach langer Beziehung von mir getrennt. Ich habe das Gefühl, daß ich den Boden unter den Füßen weggerissen bekommen habe. Fühle mich einsamer als je zuvor.
Ein paar Versuche, wieder unter Menschen zu gehen und in der 'Szene' Kontakt zu bekommen scheiterten kläglich. Ich frage mich, ob es wohl an mir liegt? Schließlich strahle ich im Moment nicht viel positive Energien aus!
Habt ihr vielleicht einen Tip, wie ich andere Lesben kennenlernen kann? An eine neue Beziehung mag ich im Moment nicht denken, möchte einfach nur unter Gleichgesinnte und mich ein wenig ablenken!"

Lesbental antwortet:
Wenn eine Beziehung zerbricht (zumal noch nach einer langen Zeit) ist das immer erstmal schrecklich. Alles bislang Vertraute ist auf einmal weg und Du hast das Gefühl völlig allein zu sein. Trennungen sind immer schmerzhaft. Jede hat eine andere Art, mit solchen Verletzungen umzugehen. Frau kann seitenweise sehnsüchtige Gedichte schreiben oder Liedtexte entwerfen, Geige spielen oder aber im Wald Holz hacken gehen.
Es ist gut, dass Du versuchst, aktiv zu sein und Dich nicht nur in Deinem Kummer (der auch gut und richtig ist) zu vergraben. Zugegeben: am Anfang ist es nicht leicht, Kontakte zu bekommen - besonders, wenn Kopf und Herz noch nicht richtig frei sind.
In vielen Städten gibt es aber Sport- oder Freizeitgruppen, Stammtische oder andere Treffmöglichkeiten, an denen Du relativ leicht mit anderen Frauen in Kontakt kommen kannst.
Adressen bekommst Du bei uns oder bei einem anderen Lesbentelefon in Deiner Gegend. Eine gute Möglichkeit ist es ebenfalls, eine Kontaktanzeige aufzugeben, in der Du Frauen zum "mal Weggehen" suchst.

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6. "Kalte Füße" bekommen - ca. 5 Prozent

Frage:
"Ich habe eine Frau kennengelernt, und wir waren irgendwie voneinander gefesselt.
Wir waren jeden tag zusammen; da wir die selben Interessen hatten, konnten wir auch gemeinsam sehr viel unternehmen.
Es ist schwer zu beschreiben. Aber es war ganz viel an Gefühlen da. Sie hat auch die körperliche Nähe gesucht. Es war alles traumhaft schön.
An einem Tag hat sie plötzlich die Beziehung beendet und hat gesagt, sie braucht Distanz.Ich bin fast verrückt geworden, so ohne Erklärung einfach das Ende. Ich bin zu ihr gegangen, um mit ihr zu sprechen, aber sie wollte mich nicht ansehen und hat auch nicht aufgemacht.Ich habe ihr am Telefon alles gesagt. Was soll ich tun? Ich denke sie hatte einfach nur Angst."

Lesbental antwortet:
Verlassen zu werden, tut ganz schön weh, besonders, wenn dies ohne Erklärung geschieht.
Es bleibt dabei so viel im Raum stehen und die Verlassene stürzt nicht selten in ein tiefes Loch.
Ich kann Deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, denn wer kennt sie nicht? Ich weiß natürlich nicht, was Deine Freundin veranlaßt hat, sich zurückzuziehen, ob es coming-out Probleme sind, oder aber einfach nur mangelnde Gefühle für Dich.
Aber ich denke, dass ist auch zweitrangig. Wichtig ist, dass Du klar hast, was Du willst.
Laß sie ziehen, denn so lange Du noch an hier hängst, bist Du nicht frei für andere schöne, aufregende, interessante Begegnungen oder sogar für die Liebe. Und zwar mit einer, die Dich auch will und versucht mit Dir die Probleme zu lösen!

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7. Was ist eine Lesbe - ca. 5 Prozent

Frage:
"Was ist eine Lesbe? Woran merkt man eigentlich, daß man lesbisch ist?"

Lesbental antwortet:
Eine Lesbe ist eine Frau, die die gigantische Anziehungskraft einer Frau entdeckt hat und von ihr nicht mehr los kommt.
Ich glaube, Du merkst es daran, dass es im Bauch einfach mehr kribbelt, wenn Du mit Frauen zusammen bist.

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8. Kinderwunsch / Samenbank - ca. 5 Prozent

"Meine Freundin und ich haben einen sehr grossen Kinderwunsch- sind auf der Suche nach einem Samenspender (Samenbank). Könnt ihr uns in dieser Richtung vielleicht weiterhelfen?"

Lesbental antwortet:
Wir können Euch jetzt im Moment keine Adressen von einer Samenbank nennen.
Fragt doch mal beim Lesbengesundheitprojekt Hagazussa in Köln nach, die können Euch mit Sicherheit weiterhelfen.

E-Mail: hagazussa@koeln-projekte.de
Tel.: 0221 – 23 40 47

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9. Safer Sex - ca. 3 Prozent

Frage:
"Wie und mit welchen Methoden kann ich mich am besten als Lesbe vor AIDS schützen? "

Lesbental antwortet:
Es gibt verschiedene Sexpraktiken für die es ein unterschiedliches Ansteckungsrisiko gilt. Eine Broschüre, die bei der Aids-Hilfe zu bekommen ist, und sich explizit an Lesben wendet, stellt die einzelnen Praktiken mit den Schutzmöglichkeiten vor. Grundsätzlich gilt: überall wo Blut/offene Wunde im Spiel ist (z.B. Menstruation, SM-Praktiken) ist Vorsicht geboten. Bei allen anderen Praktiken ist eine Ansteckung fast unmöglich. "Fast" deshalb, weil keine Wissenschaftlerin der Welt mit Sicherheit etwas ausschließen würde.

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10. "Komische" Phantasien beim Sex - ca. 3 Prozent

Frage:
"Ich hätte da mal eine komische Frage. Es würde mich interessieren, ob es "normal" ist , wenn ich beim Sex mit meiner Freundin an Sex z.B. mit anderen Frauen denke oder viel schlimmer noch sogar an Sex mit Männern. Ich lebe jetzt seit ca. 2 Jahren in einer lesbischen Beziehung und bin auch sehr glücklich, nur manchmal fange ich an zu zweifeln, wenn ich z.B. morgens aufwache und geträumt habe ich hätte meinen früheren Freund geheiratet usw. Meint Ihr, daß das "normal" ist?"

Lesbental antwortet:
Ich glaube, so komisch ist Deine Frage nicht, denn es gibt viele Menschen, die Ihre sexuellen Phantasien merkwürdig finden, es jedoch nie wagen würden, sich entsprechende Fragen dazu zu stellen.
Sexuelle Phantasien, gehören trotz der hohen Sexualiserung unserer Gesellschaft immer noch zu einem Tabu.
Die Phantasien, die oft die Funktion des stimulierendes "Hilfs"-mittels beim Sex besitzen, denn sie sind ja nun doch sehr erregend, stimmen selten mit den tatsächlichen Vorlieben der Vorstellerin überein.
So kann es durchaus sein, dass eine Frau sich eine Vergewaltigung vorstellt, diese Vorstellung in diesem Moment sogar erregend findet, obwohl sie es im realen Leben unerträglich finden würde. Das liegt natürlich daran, dass die "Vorstellerin" Herrin über ihre Phantasien ist, also alles genauso passiert, wie sie sich es wünscht. Sex mit einem Mann fühlt sich dann eben so an, wie Du es Dir wünscht und nicht, wie es wahrscheinlich tatsächlich sein würde.
Wenn Du an eine andere Frau beim Sex denkst, so ist dies keinesfalls verwerflich oder zeugt auch nicht an mangelnde Zuneigung für Deine Freundin, es ist lediglich ein Ausdruck für eine recht rege Phantasie und einer lebendigen Sexualität.
Wirklich entscheidend ist, dass Du in der Beziehung zu Deiner Freundin glücklich bist, alles andere zählt nicht.

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11. Erstes Mal, und enttäuscht - ca. 3 Prozent

Frage:
"Daß ich lesbisch bin, ist mir klar und das ist auch kein Problem, und ich hab seit einiger Zeit eine Freundin. Es ist alles wunderbar, doch im Bett funktioniert es nicht so richtig! Ich bin ihre und sie ist meine erste Frau. Wenn ich irgendjemanden frage oder Tips haben möchte, bekomme ich immer nur zu hören..."macht das, worauf ihr Lust habt!"... toll, super Hilfe.
Wo bekomme ich Infos darüber, wie ich richtig mit einer Frau schlafe? Ich will einfach nur, daß das endlich funktioniert!"

Lesbental antwortet:
Die ersten Schritte hin zu "neuen Ufern" sind für keine Frau leicht - auch wenn manche dabei ganz cool und unbesorgt wirken.
Ihr seit nicht das einzige Paar das Schwierigkeiten mit seiner Sexualität hat. Doch tröstet das nicht besonders, oder?
Lesbische Sexualität ist immer noch tabuisiert; wenige Publikationen beschäftigen sich mit diesem Thema.
Was wir Euch jedoch empfehlen können, ist folgendes Buch, das vielleicht weiterhelfen könnte:

Pat Califia: Wie Frauen es tun: Das Buch der lesbischen Sexualität
Neuauflage, 350 S., Orlanda 1998, ISBN 3-929823-53-5, ca. 16 Euro.
In ihrem Standardwerk lesbischer Lust geht Pat Califia auch auf Tabu-Themen wie lesbischen SM-Sex, behinderte Lesben und Sex sowie Transsexualität ein. Der Ratgeber liefert handfeste Informationen und Anleitungen für Lesben jeden Alters, die mehr über die eigenen erotischen Bedürfnisse oder sexuelle Techniken erfahren wollen.

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12. Butch, Dyke, Femme... was bedeutet das - ca. 2 Prozent

Frage:
"Was sind 'dykes' und 'butches'? Es gibt da noch so einige Bezeichnungen für Lesben die ich nicht verstehe, aber die sind mir nun auch entfallen. Bin ja echt mal gespannt was die aussagen sollen?"

Lesbental antwortet:
Mit den englischen Begriffen "dyke" oder "butch" bezeichnet man eine Lesbe, die eher "männlich" auftritt oder die eher Männern zugeschriebene Eigenschaften zu haben scheint: laut; selbstbewußt; weiß, was sie will; kann sich immer selber helfen etc.
Woher der Begriff "dyke" kommt, weiß ich im Moment auch nicht genau. "butch" jedenfalls stammt wohl von "to butch" = "metzgern" oder auch von "butch", einem früher gebräuchlichen Ausdruck für einen kurzen Männerhaarschnitt. Das "Gegenstück" zur Butch ist die Femme, also die Frau, die eher "weiblich" aussieht, sich von Butches gerne die Türen aufhalten lässt etc.
In den 60er Jahren lebten viele Lesben als Butch/Femme-Paar zusammen, weil einfach keine anderen Vorstellungen über das Zusammenleben als Paar existierten: eine (die "Frau") führte den Haushalt, eine (der "Mann") verdiente das Geld. Heute werden beide Rollen eher spielerisch oder auch als Verkleidung/Rolle gelebt.

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13. Dominante Mutter - ca. 2 Prozent

Frage:
"Mich würde interessieren, ob das Gerücht der Wahrheit entspricht, daß eine dominante Mutter den Grund für Homosexualität darstellen kann? Oder ob es doch an den Genen liegt, usw."

Lesbental antwortet:
Es gibt die unterschiedlichsten Vermutungen darueber, warum ein Mensch homosexuell ist/wird: die von Dir erwähnte dominante Mutter ist z.B. einer dieser angeblichen Gründe. Außerdem werden gerne genannt: ein spezielles sog. "Homo-Gen", schlechte Erfahrungen mit Männern, frühkindliche Erfahrungen ...
auch "Verführt-werden" von einer Lesbe ist eine solche Theorie.
Insgesamt kann man daran schon sehen, dass es zwar viele Vermutungen, aber nicht DEN GRUND gibt. Ich finde das eigentlich auch ganz gut so, denn: die Suche nach einer Ursache wird ja meist deshalb unternommen, um diese Ursache auszuschalten - und somit den betr. Menschen evtl. von seiner Homosexualität zu "heilen".
Genauso wie es keine Ursache für Heterosexualität gibt, liegt eben auch das Entstehen von Homosexualität (als eine Spielart der Natur) im Dunkeln.

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