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Wir über uns -
Wir waren Ansprechpartnerinnen...
Lesbental - Infos, Events, Beratung für Lesben in Wuppertal und drum herum
1997 - 2008
Elf Jahre "Lesbental" - das sind zahllose Montag-Abend-Gespräche.
So wie die Besetzung des Lesbentals auf der einen Seite wechselte, wechselten auch die Zahl und die Themen der Anruferinnen. Die Frage nach dem "Wohin kann ich denn gehen, um andere Lesben zu treffen?" können wir immer noch beantworten - allerdings schon lange nicht mehr mit "Probier's doch mal beim Stammtisch im Abigail!" oder mit "Richtig was los ist beim Schwoof in der Börse!" In den vergangenen Jahren entstanden neue Räume und Initiativen und verschwanden teilweise auch wieder. Von dem Schwund blieben auch ganz traditionsreiche Einrichtungen wie z.B. das Frauencafé nicht verschont.
Im Laufe der Jahre sind die Fragen der Anruferinnen komplexer geworden. Einfache Infos werden schnell und problemlos auf den inzwischen zahlreichen Internetseiten eingeholt. Für Beziehungsprobleme oder Fragen zum Coming Out oder zur eigenen Identität ("Ich habe mich in meine beste Freundin verliebt. Bin ich jetzt lesbisch?!?") wenden sich viele Frauen immer noch gerne direkt an eine Ansprechpartnerin. Die Telefonberatung ist auch 2008 noch eine Alternative zum noch anonymeren chatten in Netz. Aber das ist Geschmacksache.
Elf Jahre "Lesbental" - das sind unzählige direkte Begegnungen mit verschiedenen Frauen beim Stammtisch und wechselnden Coming-Out- und anderen Gruppen, die das Lesbental im Laufe der Zeit angeboten hat.
Für alle Interessen war wohl etwas dabei: die Playing Dykes für die Spielewütigen, die Wandergruppe für die Sportlicheren, die Müttergruppe für Lesben mit Kindern/Kinderwunsch oder einfach für Frauen die neugierig auf andere Frauen und gemeinsame Unternehmungen sind und waren.
Elf Jahre "Lesbental" - das sind für viele Mitarbeiterinnen auch unschätzbare persönliche Entwicklungen und Erfahrungen.
Wenn eine Frau, die gerade noch schüchtern beim Telefon anrief, sich traut, erstmals zum Stammtisch zu kommen, oder gar wenige Monate später stolz in einer Gruppe beim CSD mitgeht: es ist einfach schön das mitzuerleben. Ebenso bereichernd ist der Austausch, das gemeinsame Lernen mit anderen Lesbentelefonfrauen aus NRW, das gemeinsame Kämpfen um finanzielle Unterstützung, das gemeinsame Feiern bei der Lesbentalgrillparty mit ganz vielen Lesben. Insgesamt: das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun!
Elf Jahre Lesbental - und jetzt ist's genug!
Trotz all dieser positiven Erfahrungen ist nach teilweise langen Jahren ehrenamtlicher Arbeit nun genug. In Zeiten von unbegrenzter Erreichbarkeit durch Handys und Internet hat die Telefonberatung nicht mehr den Stellenwert wie noch vor Jahren. Zudem freuen sich die aktuellen Mitarbeiterinnen vom Lesbental auf ganz neue, freie Montag-Abende und Zeit und Muße für neue Projekt-Ideen.
Und was haben wir in den letzten Jahren neben der Telefonberatung und dem Anbieten verschiedener Gruppen sonst noch so gemacht? Die folgende Chronik gibt einen kleinen Überblick:
1997
- 3 Frauen beschließen, in Wuppertal ein Lesbentelefon zu gründen. Sie finden schnell weitere Mitstreiterinnen, so dass eine Gruppe von 6 Frauen im Herbst mit der Telefonberatung starten kann. Die AIDS-Hilfe stellt Telefon und Büro - und los geht's!
1998
- Das Lesbentelefon im TV: Talk-Sendung der "Lokalzeit Bergisch Land" in der Aktuellen Stunde des WDR zum Thema "Schwul und lesbisch Leben im Bergischen".
- Die Stadt Wuppertal unterstützt uns seit diesem Jahr (und in allen folgenden Jahren) aus Mitteln des Fördertopfes für Selbsthilfegruppen.
1999
- Erstmalig sind wir mit einem eigenen Stand auf den Frauengesundheitstagen vertreten. Bei Schnee, Eis und Minustemperaturen erhitzt das Thema "Lesben und Brustkrebs" die Frauen im nur dürftig geheizten Zelt vor der Färberei.
- Lesung zum Thema "Der familiäre Umgang mit dem Anderssein: Mütter, Töchter, Schwestern von lesbischen Frauen erzählen" mit Inge Barth in der Buchhandlung Abigail.
- Erste eigene (noch sehr bunte) Homepage, die uns eine Anruferin dankenswerterweise ehrenamtlich erstellt.
2000
- Wir veranstalten ein großes Preisausschreiben, welches von vielen Sponsorinnen (Frauenferienhäuser, Lesbenzeitschriften, hiesigen Buchläden) großzügig unterstützt wird. Neben der Preisfrage beantworten mehrere Hundert Teilnehmerinnen auch Fragen nach persönlichen Interessensgebieten. Damit möchten wir bei künftigen Angeboten (wie z.B. Motorrad-Gruppe, Lesbenchor) interessierte Frauen direkt ansprechen.
- "Lesben in Sicht" in Solingen - organisiert vom Lesbentelefon in Zusammenarbeit mit verschiedenen Solinger Frauengruppen und der dortigen Gleichstellungsstelle. Beginnend mit Infoständen zum Internationalen Frauentag am 8. März, über eine Lesbenfilmreihe bis hin zu einer Lesung und einer hochkarätig besetzten und gut besuchten Podiumsdiskussion zum Thema "Was brauchen Lesben, um sichtbar zu sein?" im Herbst, finden das ganze Jahr über Aktionen für Lesben statt.
- Erstmalig finanzielle Förderung durch das Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit NRW.
2001
- Aus "Lesbentelefon" wird "Lesbental".
- CSD (Christopher Street Day) auf dem Neumarkt-Platz in Elberfeld: auch das Lesbental ist dabei.
- In Kooperation mit dem Frauenzentrum findet im Dezember ein Lesben-Film-Abend statt, bei dem Ingeborg Boxhammer über 70 anwesenden Frauen das Thema "Erotik in Lesbenfilmen" näher bringt und die durch den Ausfall der Heizung klammen Temperaturen vergessen macht.
- Beim "Runden Tisch zur aktiven Minderheitenpolitik für Lesben und Schwule" haben auch Mitarbeiterinnen von Lesbental an der Erstellung eines Maßnahmenkataloges mitgearbeitet, der in diesem Jahr vom Rat der Stadt verabschiedet werden soll. Die ausgewählten Arbeitsfelder umfassen: Arbeit, Jugend/Schule, Freizeit/Kultur/Sport und Öffentlichkeitsarbeit.
- Lesben und Schwule dürfen sich verpartnern. Bedeutet das das Ende der Diskriminierung? Ein Beispiel aus Wuppertal: Ein Entscheidungsträger der hiesigen Tageszeitung begründet die Ablehnung einer Werbeanzeige für das Lesbentelefon mit der "Familienfreundlichkeit" seines Blattes - "was aber nicht diskriminierend uns gegenüber gemeint" sei.
2002
- Lesbental feiert sein fünfjähriges Bestehen.
- NRW-weite Aktionstage unter dem Motto "Lesben in Sicht"
In Wuppertal organisieren wir in Zusammenarbeit mit (u.a.) der städtischen Gleichstellungsstelle von Mai bis September 2002 zahlreiche Veranstaltungen. Die Palette reicht von einer Info-Veranstaltung mit Constance Ohms zu "Gewalt gegen Lesben", über eine - mit Brunch garnierte - Lesung mit Ulrike Hänsch aus dem Buch "Lebenswege lesbischer Frauen" und eine weitere Lesung aus dem Buch "Der Weltenbaum" von und mit Claudia Rath und musikalischer Untermahlung von Claudia Nickel bis hin zu einer Veranstaltung mit Traude Bührmann zum Thema "Faltenweise - Lesben und Alter".
-Christopher Street Day. Erstmalig wird dieser Tag in Wuppertal in Form eines Straßenfestes begangen. Die Sambaband "Die Bandidas" sorgt für gute Stimmung auf dem Willy-Brandt-Platz.
2003
- Sommer-Highlight für hiesige Lesben ist das inzwischen schon zum 6. Mal organisierte Lesbentalgrillfest auf der Hardt.
- Christopher Street Day auf dem Laurentiusplatz. Von 12 - 21 Uhr wird ein hochkarätiges Programm auf der Bühne geboten: Mary Roos singt - und am Lesbental-Stand können sich Frauen Karten legen lassen.
- Bücherflohmarkt für Lesben "Tauschen statt Kaufen": da greifen viele Lesben zu.
2004
- "Gewalt in Lesbenbeziehungen" bildet einen Arbeits- und Veranstaltungsschwerpunkt. Mitarbeiterinnen von Lesbental, Notruf, Frauenberatung, Frauen helfen Frauen und der Städt. Gleichstellungsstelle bilden sich gemeinsam an einem Wochenende fort. Die Referentin Constance Ohms behandelt ganz konkrete Fragen wie: Wo fängt Gewalt eigentlich an? Ist der Schutz einer Lesbe vor ihrer gewalttätigen Partnerin im Frauenhaus gewährleistet? Gibt es Angebote für die Arbeit mit Täterinnen?
Die Fortbildung mündete in eine Veranstaltungsreihe "Liebe, Macht, Leidenschaft - Lust und Frust in lesbischen Beziehungen". Ziel ist es, das Thema "Gewalt in lesbischen Beziehungen" erstmals und vorsichtig in der Szene anzusprechen und bekannt zu machen. Geladen war dazu z.B. eine Psychologin aus Köln, die aus ihrem Arbeitsalltag zu "Freud und Leid in Beziehungen" referierte.
Den Auftakt bildete eine Lesung mit den bekannten lesbischen Schriftstellerinnen Claudia Rath und Mirjam Müntefering. Während M. Müntefering eher die heitere Seite des Beziehungslebens beleuchtete, las C. Rath Passagen aus ihrem neuem, dem bislang ersten Roman überhaupt, der sich mit einer Gewaltbeziehung unter Lesben beschäftigt.
2005
- Fortsetzung der Reihe "Liebe, Macht, Leidenschaft - Lust und Frust in lesbischen Beziehungen mit einer sehr gut besuchten Lesung von Christa Schulte: "Tantra für Genießerinnen".
- Auftaktveranstaltung zur NRW-weiten Vortragsreihe "Lesben und Kinderwunsch" im Treffpunkt für Alleinerziehende: Carola Lehmann vom Frauengesundheitszentrum Hagazzussa in Köln referiert zu allgemeinen Fragen rund ums Thema "Kinder bekommen und haben" - die Rechtsanwältin Michaela Verweyen konzentriert sich auf die Rechtslage.
- Thema "Lesbengeschichte" - "Her-Story": einen umfassenden Überblick über "Lesbisches Leben in Deutschland - damals und heute" bietet ein Filmabend mit Ingeborg Boxhammer. Auf besonderes Interesse stoßen dabei Filme aus den frühen 70er Jahren, die heute nur noch wenige Frauen kennen.
- Konkret um die "Her-Story vor Ort" geht es in einem Erzählcafé: Das Podium ist mit vier Lesben in einem Alterabstand von bis zu 60 Jahren außerordentlich "bunt" besetzt. Eine Rentnerin (84), eine Buchhändlerin (67), eine Lesbental-Mitarbeiterin (40) und eine Angestellte (25) erzählten von ihren Erfahrungen mit Coming out, ersten Besuchen in der Lesben-Szene, Diskriminierung und Verfolgung, Vorstellungen zu "Leben im Alter", Bemerkenswertem und Alltäglichem in Wuppertal.
- Erstmalig organisieren wir in Kooperation mit den "Lesben im Bibliothekswesen" einen "BücherTauschRauschs": aus einem Regal mit einem "Grundbestand" an lesbischer Literatur können Bücher anonym und kostenlos entliehen oder getauscht werden.
- Informationsabend zum Thema "Altersvorsorge" in Zusammenarbeit mit einer Versicherungsvertreterin.
- Der "Börsenschwoof" findet nicht mehr statt.
2006
- Zu einer Lesung aus ihrem Buch "Lesben in den Wechseljahren" laden wir die Herausgeberin Ulrike Janz ein. Die anwesenden Frauen, die sich entweder vor, mitten oder nach den eigenen Wechseljahren befinden, planen spontan eine Gruppe zu dem Thema.
-CSD als eintägiges Straßenfest auf dem Platz vor der City-Kirche in Elberfeld: Sowohl das Bühnenprogramm als auch das Lesbental-Glücksrad begeistern.
- Nach dem Erfolg im letzten Jahr findet wiederholen wir den "BücherTauschRausch" in den Räumen des Urania-Frauenzentrums. Die Zusammenarbeit mit dieser einzig weiteren Initiative für Lesben in Wuppertal läuft nun schon seit einiger Zeit sehr entspannt und bereichernd für beide Seiten.
2007
- Im Sommer: wieder findet der Wuppertaler Christopher Street Day auf dem Platz vor der Citykirche statt. Mit dem Frauenzentrum Urania (und den von ihnen gebackenen Kuchen) teilen wir uns einen Stand.
- 10 Jahre Lesbental. Die Jubiläums- und Geburtstags-Grillparty wird mit einer beeindruckenden nächtlichen Feuer-Show von "Dancing Fire" gewürzt.
- Das "Bundesweite Treffen der Lesbentelefone" im Frauenbildungshaus Zülpich wird von Lesbental-Mitarbeiterinnen organisiert.
2008
- Im Juni: nach 11 ereignisreichen Jahren löst sich das Lesbental auf.
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Kontakt
Wenn ihr mit uns sprechen wollt, dann ruft
uns einfach an:
0202 / 44 08 08 - am letzten Montag im Monat von 20 bis 22 Uhr (noch bis 30. Juni 2008)
E-Mail-Adresse für Beratung, Fragen und Infos:
info@lesbental.de
Verantwortlich für diese Website im Sinne des
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Lesbental
c/o AIDS-Hilfe Wuppertal
Friedrich-Ebert-Straße 109-111
42117 Wuppertal
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